Ich gehe trotzdem. Ich will doch fliegen :-/ Der Wind ist hier unten etwas ruhiger, aber immer noch recht stramm. Die Startfläche liegt direkt unterhalb der Terrasse. Auf der rechten Seite machen mir die Bäume ein wenig Sorgen, da sie recht dicht dabei stehen. Ich muss also gut aufpassen, wie ich raus starte, keine Schlenker, zum Bsp. durch verfrühtes hinsetzen riskieren. Ich starte. Der Schirm treibt leicht Richtung Bäume. Ich korrigiere, immer noch nur in den Gurten hängend und komme ganz gut raus. Geschafft. Problem ist jetzt nur, das ich ab einer gewissen Entfernung vom Hang keinen Meter mehr vorwärts fliege. Ist nur ein A-Schirm und den Beschleuniger hab ich wieder nicht dabei. Sehr schlechte Vorbereitung :(
Der Talwind ist so stark, das er mein bischen Vorwärtsfahrt von villeicht 25kmh praktisch aufhebt. Wie war das mit dem fliegen vor Kaltfronten ??? Nunja, ich könnte ja im Notfall am Hang landen. Aber diese Vorstellung ist mir irgendwie suspekt. (Anmerkung 2021: Sowas sollte man in ungefährlichen Bedingungen vorher üben; ein Wunder, das ich so lange überlebt habe)
Ich baue erstmal Höhe auf, um vom Lift weg zu kommen. Im Aufwind geht das auch prima, ich kann in kurzer Zeit auf die Terrasse der Mittelstation schauen und einige Zeit später bin ich auf gleicher Höhe mit dem Gipfelkreuz. Schon toll, so im Hangaufwind.
Wie komme ich nun aber ins Tal ? Gestern bin ich hinter dem rechten Grat schön abgesoffen, ich probiere es nochmal, taste mich langsam ans Lee heran. Liebe Anfänger, Beginner, bitte lasst es. Tut es nicht. Im Lee ists ned schee, sagte der FlyDoc immer.
Die Luft wurde turbulent, es ging rauf und runter wie in der Achterbahn, der Schirm hat des öfteren stark geraschelt, als wäre er kurz vorm einklappen. Ich liebe zwar die Achterbahn, aber die ist in einer kontrollierten Umgebung, während ich hier eins, zwei, fix mal zig Meter tiefer liegen könnte.
Ich fliege also wieder zurück zur Mittelstation und stelle mich in den Talwind. Es geht gaaaaaaanz langsam voran. Nach ca. 30 Minuten, einem gefühlt halbseitigen Einklapper und viel Nerven habe ich es endlich geschafft und bin weg vom Berg.