geändert : 15.03.2026 erste Alleinflüge in Bassano 2000 - S.3 · reiseberichte · italien ·
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Bassano 2000 - die ersten Flüge



 .... Und dann, endlich ein Stückchen Zivilisation: eine Pizzeria. Sie hat zum Glück offen. Leider sprechen die Leute kein Wort Deutsch oder Englisch (wie leider fast überall in der Gegend). Ich frage nach Strada und dann klingelt es. Sie zeigen mir den Weg zur Strasse, ich kaufe noch eine grosse Flasche Wasser und dann gehts weiter. Und da kommen mir auch schon die anderen mit dem Auto entgegen. Sie wollten nochmal hoch, ein anderes Auto holen. Ich falle überglücklich in den Sitz und freue mich auf meine Pizza heute abend.

Ich habe heute nicht die einzige Aussenlandung gemacht, erfahre ich. Einer ist mit dem Schirm leicht in einem Baum geraten und hat mühsam eine Leiter organisiert (jetzt wissen wir, was Leiter auf ital. heisst : Scala). Und zwei andere sind auf einem Acker, weit weg vom Landeplatz runter gekommen. Am Abend gibt es dann insgesamt 5 Karaffen Wein, von jeder Aussenlandung eine :) Schön, das sowas auch den Profis passiert, da kommt man sich nicht ganz so stümperhaft vor :))) Abends im Dunkeln auf dem nach Hause Weg sehe ich seit langem mal wieder Glühwürmchen, die blinkend in der Gegend herumfliegen. Die habe ich zuletzt in Griechenland vor ein paar Jahren mal gesehen, da schwirrten hunderte über einer Wiese hinter unserem Hotel herum. In Dt. habe ich als kleines Kind das letzte mal welche gesehen.

 .... Diese Nacht dann nervte mich ein blöde Köter über zwei Stunden mit seinem gekläffe. Ich hasse Hunde. Dumm, gefrässig, stinken und machen Lärm. Da ziehe ich jede Katze vor. Naja, es gibt auch ein paar nette Hunde, aber die meisten ... Da ich nicht schlafen kann, bekomme ich dann auch einen infernalischen Lärm auf der Strasse mit. Ich dachte erst, da rennen Leute rum und klopfen auf Giesskannen und Blecheimer. Als ich dann am Fenster schaue, sehe ich, wie ein paar Leute mitten in der Nacht eine kleine Herde Kühe durch den Ort treiben. Die Kühe haben alle solche riesigen Glocken um den Hals, wie es in den Bergen so üblich ist (zumindest sieht man sowas zum Beispiel in Österreich oft, damit die Bauern ihre Kühe wiederfinden). Als Kuh würde ich da glaube ich nen Koller kriegen, den ganze Tag das gebimmel.

Am Morgen bin ich dann recht müde, da wenig geschlafen. Zwei Cappuccino und eine Flasche Gatorate helfen mir dann wieder, wach zu werden (merkwürdige Mischung, ich weiss). Der Münchner und ich wollten eigentlich schon um 9 Uhr auf den Berg fahren und einen Flug schaffen, bevor die anderen dann um 10 Uhr aufkreuzen. Aber er kommt auch erst gegen 10 Uhr zum Frühstück. Also fahren wir alle vier schliesslich zusammen rauf zum Oststartplatz. Ich bin als zweiter dran. Diesmal sollen ein paar Fotos geschossen werden.

 .... Der Start klappt einigermassen. Ich komme recht knapp über den Büschen raus, da ich, wie ich später erfuhr, zuviel angebremst habe. Ich hab dann zweimal gepumpt, um nicht mit den Füssen im Gestrüpp hängen zu bleiben. Nicht so gut. Bei einer Böe hätte ich ziemlich alt ausgesehen. Irgendwie bin ich mir des Risikos noch nicht so recht bewusst. Wahrscheinlich bis zur ersten Bruchlandung beim Start. Ich denke, es ist wie beim Motorrafahren: man geht solange immer tiefer in die Kurven, bis man wegrutscht. Hab ich leider auch schon hinter mir :) Nur kann das beim fliegen weitaus gefährlicher werden, da man dann mal eben ein paar hundert Meter in die Tiefe stürzen kann und das wars dann. Also, das nä. mal, nehme ich mir vor, nicht um jeden Preis rauswollen, sondern auch mal einen Startabbruch in Kauf nehmen.

Ich bekomme einige Male sehr gute Heber. Aber da ich mit meinem Schirm noch keine grossen Erfahrungen habe, lenke ich zu langsam und vor allem bremse ich den Schirm zu stark an, um eine Thermik einzufangen. Durch das bremsen verliere ich zu viel Höhe und bin schiesslich zu tief. Ich drehe also vom Berg ab Richtung Landeplatz. Nun fängt aber das sinken erst richtig an. Naja, Aussenlandung habe ich ja nun  .... schon geübt. Ich suche mir also ein nette Wiese und drehe vom Landeplatz weg, da bis dorthin nur noch Felder mit Weinreben unter mir sind. Und das riskiere ich nicht, dort vieleicht auf einem schmalen Stück zu landen. Der Wind ist minimal, also brauche ich keine Angst vor Rückenwind zu haben. Ich schwebe langsam auf die Wiese zu, bremse an und setze sanft auf. Ich packe meinen Schirm zusammen und mache mich auf den Weg zum Landeplatz.
 
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