geändert : 15.03.2026 erste Alleinflüge in Bassano 2000 - S.2 · reiseberichte · italien ·
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Bassano 2000 - die ersten Flüge

Schirm aufziehen Oben angekommen, wurde erstmal ausdiskutiert, wer den Dummy macht. Naja, als Anfänger, was bleibt einem übrig. Also Schirm ausgelegt, Leinen eingeklinkt ... und da fing das Drama an. Seit einem Jahr keinen Flug mehr gemacht und glatt vergessen, wie rum man nun die Leinen einklinkt. Ich habe immer das Problem, das die Bremsleinen über den A-Gurten liegen. Aber wozu sind wir zu dritt auf dem Berg. Etwas Hilfe und ich stehe abreise ... äh ... abflugfertig da. Nun noch der richtige Wind und es geht los. Ich zerre also wie blöd am Schirm ... aber das gute Stück mag nicht so wie ich wohl will. Ein paar Aufziehübungen im Flachland wären die bessere Alternative gewesen, als gleich auf einen Berg zu klettern. Erstmal den Schirm kennenlernen. Irgendwie war ich doch noch recht unerfahren :)

los gehts Naja, auf alle Fälle begrub der Schirm mich erst Mal. Also das ganze neu ausgelegt, Startcheck gemacht, auf Wind gewartet ... zweiter Fehlstart. Langsam kam Frust auf und der Verdacht, der Schirm ist Schuld. In der Flugschule kam der Perche Saga so schön einfach über mich. Mein Schirm kam auch über mich, allerdings auf Tuchfühlung.

Also neu auslegen und nochmal. Inzwischen klatschnass und alleine auf dem Berg (meine beiden Begleiter waren inzwischen mit Ihrer Thermik beschäftigt), legte ich den Schirm erneut aus und bat einige Neuankömmlinge, doch etwas zu schauen, falls der Schirm falsch hochkommen sollte. Als ich den Schirm dann ein drittes Mal aufzog, hört ich hinter mir nur:"laufen, laufen, laufen". Ich ziehe wie ein Wilder und der Schirm kommt gut hoch. Ich lasse die A-Gurte los, bremse kurz an, damit er nicht vorschiesst und dann trägt der Schirm mich erst über die Strasse und dann gings ins Tal. Für einen Kontrollblick war irgendwie keine Zeit (hoffentlich liest das hier mein Fluglehrer nicht :)

abgehoben1 Im nachhinein gesehen, wäre es wohl besser gewesen, nicht gleich mit einem neuen Schirm auf den Berg zu gehen. Ich hatte zwar kurz vorm Urlaub 2 1/2 Std. auf einer Wiese geübt, den Schirm bei recht windigen Verhältnissen aufzuziehen, aber das war wohl noch nicht genug, der Groschen war bei mir noch nicht gefallen. Ich hab am Berg nur wie ein wilder an den A-Gurten gezerrt und zu wenig Körpergewicht und Vorwärtsfahrt gearbeitet.
Also ich hatte kein Gefühl für den Schirm, wusste nicht, wie schnell oder langsam er sich aufbaut usw. Ich kann jedem Anfänger nur empfehlen, vor dem ersten Flug sich erst Mal auf der Wiese mit dem Schirm gut vertraut zu machen. Nicht nur ein paarmal versuchen, aufzuziehen und dann einpacken, sondern eine Weile rumspielen und z.B. mal rückwärts aufziehen üben, abgehoben2 was übrigens leichter ist, als ich bis dahin immer dachte. Ich hab neulich auf der Wiese meinen Schirm bei recht schwachem Wind rückwärts aufgezogen. Er blieb zwar nicht lange oben (bin einfach zu lauffaul :) aber ich weiss nun, wie stark ich nachhelfen muss, um ihn in die Luft zu bekommen.

Die A-Gurte sind nur zur Unterstützung in der Hand zu halten und nicht, um die Hauptarbeit beim Schirm aufziehen zu machen. Mit den A-Gurten hebt man die Eintrittskante an, damit sich das Profil aufbauen kann. Nachdem ich dann also in der Luft war, gleich ein Blick in den Schirm. Alles okay. Ich gleite vom Oststartplatz weg in Richtung gegenüberliegendem Hang. Einige Male merke ich, wie eine kleine Thermik mich in Stück nach oben zieht. Ich traue mich allerdings noch nicht, drauf zu reagieren. Ich will erstmal sicher meinen ersten Flug hinter mich bringen. Also heisst es orientieren, wo ist der Landeplatz und wo sind Aussenlandeflächen. Landeplatzvonoben2 Für alle, die wo noch nicht wissen:) wenn man den offiziellen Landeplatz nicht erreicht, aus was für Gründen auch immer, man also irgendwo in der Pampas landet, dann spricht man von einer Aussenlandung. In den Flugschulen wird grosser Wert darauf gelegt, möglichst keine Aussenlandungen zu machen, da man das Gelände meist nicht kennt, nicht weiss, ob man nicht in einem Sumpf versumpft oder ähnliches. Es kann auch sein, das man die Windverhältnisse falsch einschätzt, da vieleicht keinerlei Anhaltspunkte wie z.B. ein Windsack vorhanden ist. Es könnte also schnell mal zur Bruchlandung kommen. Allerdings bin ich der Meinung, man sollte in den Flugschulen auch Aussenlandungen trainieren, damit man nicht immer denkt, man muss unter allen Umständen zum Landeplatz kommen. Das kann schnell mal ins Auge gehen, da man evt. zuviel riskiert, nur um ja am Landeplatz anzukommen. Dabei hätte man schön gemütlich auf einer Wiese in der Gegend mit mehr Sicherheit landen können. Aber das sind alles so Punkte, über die man sich erst bewusst wird, wenn man damit konfrontiert wird. Man sollte sich aber damit vorher schon beschäftigen, denn manchmal braucht es dann doch schnelle Entscheidungen.

 
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