Es geht also erstmal recht gut in der Luft. Ohne Vario bemerke ich aber recht spät,
das ich die ganze Zeit schön am sinken bin. Bei einem Blick auf den Berg stelle ich

das dann fest. So ein Variometer ist schon nicht schlecht. Ich fliege also direkt zum Landeplatz, ohne grosse Experimente (für die mir zu diesem Zeitpunkt sowieso die Erfahrungen fehlen). Am Landeplatz dann einen Queranflug gemacht und geschaut, wo der Windsack hängt, dann eine Kurve, die Bremsen leicht angezogen und ca. drei Meter vor dem Boden dann schliesslich die Bremsen voll durchgezogen.

Damit provoziert man einen Strömungsabriss, da das Segel "aus dem Wind" genommen wird, genauer gesagt, werden die Eintrittsöffnungen immer mehr aus dem Wind genommen. So etwas sollte man nur in unmittelbarer Bodennähe machen, denn wenn man zu weit über dem Boden voll durchzieht stürzt man unweigerlich ab. Neulich grad erlebt am Neunerköpfle: in ca. 5-8 Metern über dem Boden hat ein Flieger voll durchgebremst, der Schirm geht nach hinten und der Pilot knallte voll mit dem Rücken auf den Boden. Ohne Rückenprotector wäre es wohl nicht nur bei einem Schock und ein paar Prellungen geblieben.

Ich bekomme sanften Bodenkontakt, laufe noch ein paar Schritte und der Schirm sackt hinter mir zu Boden. Wow, ich bin absolut Happy. Mein erster Flug mit dem neuen Schirm war zwar kurz, aber wunderbar. Nachdem ich am Landeplatz den Schirm zusammengepackt habe, so ca. 30 Minuten später, kommen dann auch meine zwei Mitflieger endlich vom Thermiktrip zurück. Tja, da muss ich wohl noch ne Weile üben, bis das so klappt. Inzwischen habe ich mich mit einem Münchner am Landeplatz unterhalten. Er fragt mich, ob ich schon länger fliege, da meine Landung ziemlich gut war. Naja, kann ich ja schonmal ein wenig stolz auf mich sein. Er ist auch noch ein relativer Anfänger, hat erst rund 20 Flüge. Da er alleine ist, schliesst er sich uns an, zum abendlichen Pizzaessen in der örtlichen Pizzeria
Antica Abbazia.
Die Pizza dort ist wirklich das beste, was ich seit langem an Pizza gegessen habe. Italien vom feinsten :)
Spät abends dann, nach heftigen Diskussionen :) einigen Shoppen Wein und ein paar Bieren gehts ins Tillys und mein Alptraum beginnt. Ich kann fast die halbe Nacht nicht schlafen, da immer irgendwas rumlärmt. Am Morgen stelle ich fest, ich bin doch irgendwann eingeschlafen, da ich durch Lärm auf dem Flur aufgewacht bin :) Die Türenknallerei geht los. Ich wälze mich noch etwas im Bett rum, dann schmeisse ich die anderen raus. Warum solls den besser als mir gehen :)

Nach einem kleinen Frühstück (ein Chiabatta Brötchen, einem Stück Butter, einem Cappuchino und einer Flasche Gatorate (kostet die in Dt. auch 6 DM ?)) gehts dann wieder zum Landplatz. Wir treffen uns mit den Bekannten aus Wiesbaden und Mainz, schwätzen ein Weilchen und dann gehts auch schon wieder los. Da es mittlerweile Mittag ist und die Luft zu turbulent ist, beschliessen wir, zum Fabrikverkauf von Think Pink zu fahren. Nach einiger Sucherei, die Wegweiser scheinen die Touris irgendwie ein bischen Kreuz und Quer durch die Gegend zu schicken, kommen wir dann endlich an. Ich sacke ein paar T-Shirts (30DM) und einen Vliespulli (80DM) ein.

Am Nachmittag wieder in Semonzo zurück wollen wir Richtung Nordstartplatz und dann noch ein wenig weiter hoch. Dort solls eine schöne Wiese für mich geben :) Sprich lang und wenig Gefälle. Ideal, um in Ruhe aufziehen zu können. Nach 30 Minuten Serpentinen kommen wir an. Wir müssen dann noch ca. 15 Minuten mit den Schirmen auf dem Rücken laufen. Vor uns sind schon fünf Leute da. Sie bereiten sich so langsam vor. Jemand stellt fest, das man mit einem Ohrstöpsel vom Workman an die Funke gehalten schöne Musik auf die Funkkanäle legen kann. Das wäre doch das richtige zum fliegen, z.B. im Walzertakt pendeln oder so :))) Bei Techno dürfte es dann etwas hart werden :) Aber vieleicht sollte ich mal eine meiner Chill Out CD's mitnehmen.
Nachdem ich zwei Fehlstarts hingelegt habe, stelle ich fest, das mein Schirm ein kleines Loch hat. Ist ein nicht mal Pfennig grosser Winkel. Die Schirme heutzutage haben alle Rip-Stop-Gewebe, d.h. solange der Riss klein ist, so wie bei mir, reisst das Gewebe im Normalfall nicht weiter auf, da die quer eingewebten Fäden dies verhindern. Das funktioniert wie gesagt nur bei kleinen Rissen. Bei größeren Rissen oder sehr starker Belastung des Gewebes kann es dann aber passieren, das die ganze Bahn aufreißt.
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