Paragliding Sonderpilot Kapitel 2 Seite 1 2

nette Gegend hier
Mittwoch, den 23.8.2000, eine Woche nach meinem letzten Trip, gehts wieder nach Tannheim. Wenn ich jeden Tag 5 Flüge schaffe, denke ich so bei mir, dann könnte ich Sa. oder So. meinen Prüfungsflug für den Sonderpiloten machen. Dachte ich. Dann am Ulmer Kreuz wieder Unfall. Na das fängt ja gut an. Nach 45 Minuten gehts dann endlich weiter. Ein kleiner Laster ist umgekippt und hat seinen Inhalt über die Fahrbahn verteilt.

Das Wetter ist heute super. Im Stau auf der Autobahn hab ich schon geschwitzt, obwohl es erst 9 Uhr war. In Tannheim dann stelle ich fest, das am Startplatz ein Hubschrauber seine Kreise zieht und scheinbar Beton oder ähnliches von der Usseralpe zum Startplatz transportiert. Ich hole mir erstmal einen Parkschein, der übrigens für 10 Std. 3 DM kostet, und rufe in der Flugschule an.

Franz von der Flugschule weiss auch noch nichts genaues, er will zum Mittag mit dem Piloten sprechen. Also gehen ich und ein paar andere Flieger aus Heidenheim erstmal in die Pizzeria. Franz meint dann später am Telefon, das während der Mittagspause ein Flug möglich wäre und der Pilot dann am Nachmittag nur noch hinter der Bergspitze fliegt, wir also vorne raus können. Am Lift weiss niemand was davon, also kommen wir erstmal nur bis zur Mittelstation. Dann klappts endlich. Als der Hubi tanken war, ist schonmal ein mutiger rausgestartet. Allerdings ist keine Thermik, es geht nur abwärts.

Oben angekommen, warten wir noch und schauen, wo der Hubschrauber ist. Der steht neben der Jause auf der Bergstation und macht Mittag. Wir beeilen uns also, schnellstens rauszukommen. Ich versuche, über dem Lift ein wenig Thermik zu bekommen und das klappt auch ganz gut. Allerdings kann ich mich nur halten. Mit steigen ist nichts. Wenns mal hochgeht, dann gehts gleich dahinter genauso wieder runter. Dann kommt der Hubschrauber wieder zurück. Ich verschwinde also vom Berg. Will nichts riskieren. Wer weiss, was der für Wirbel durch die Luft schickt. Allerdings fliegt mir der Hubschrauber hinterher Richtung Landeplatz. Ich fliege also Richtung Tannheim und schaue dauernd nach dem Hubschrauber.

Und der fliegt mir hinterher, Richtung Startplatz. Ich lande also ausserhalb. Man kann ja nie wissen, wo der noch hinwill. Am späten Nachmittag dann geht die Flugschule mit den Flugschülern nochmal zur Mittelstation. Ich darf mit. Es geht über eine recht schmale, holprige Schotterpiste. Dann gehts nochmal 10 Minuten quer durch den Wald, über die ungesicherte Stahltrosse des Materiallifts hin zum Startplatz. Marcus warnt mich noch, nicht nach rechts ins Tal zu fliegen. Und was macht klein Stephan. Er fliegt natürlich dorthin, in der Annahmen, in Richtung Lift in bischen Höhe zu machen.

Das klappt natürlich nicht, ich saufe ab wie ein Stein und komme grade noch so über die Bäume zum Landeplatz. Franz schimpft erstmal mit mir und meint, seine Flugschüler fliegen ja schon besser als ich. Und ich hab mich gefreut, so dicht am Landepunkt runter zu kommen. Hinter den Bäumen sind Rotoren und diese hätten mich erwischen und nach unten drücken können. Wieder was dazu gelernt. Den Landepunkt zu treffen ist in diesem Fall unwichtig, da einfach die Sicherheit vor geht. Ich hätte mir weit vor den Bäumen einen Flecken zum landen suchen müssen und mich nicht solchen unsinnigen Gefahren aussetzen dürfen.

Am Donnerstag bleibt dann der Hubschrauber den ganzen Tag hinter der Kuppe. Wir könne also ungestört fliegen, behalten den Hubschrauber aber immer im Auge. Der Start klappt wiedermal prima und ich soare vorm Hang ca. 40min. herum. Mein Problem ist immer noch, das ich zwar gut Höhe mache, aber danach beim eindrehen zuviel Höhe verliere. Ich versuche enge Kurven zu fliegen, aber das geht immer nur auf Kosten der Höhe. Manchmal aber zieht es mich wie im Fahrstuhl nach oben. Tolle Sache :) Nach dem Mittag dann wird es recht stürmisch oben auf dem Berg. Die Flieger, die ins Tal abgedreht haben, stehen praktisc auf der Stelle. Es scheint also besser zu sein, nur vor dem Hang zu bleiben und wenn es an die Landung geht, weit über Tannheim zu fliegen und sich dann rückwärts Richtung Landeplatz treiben zu lassen.

Ich drehe also wieder vorm Hang meine Kreise und versuche nach oben zu kommen. Dann gehe ich über den Lift Richtung Bergstation. Mit einem mal zieht es mich brachial nach oben ... und leider auch nach vorne, da ich voll in den Westwind, der über den Kamm fegt gekommen bin. Es zieht mich bis hoch zum Ende des Lifts und ich Dummbeutel drehe nicht aus dem Wind, weil es grad so schön nach oben geht. Noch bevor ich gross was machen kann habe ich rechts von mir die Baustelle am neuen Lift und links die Bergstation. Drehe ich nach rechs, rammle ich vieleicht in den Baukran, nach rechts saufe ich vieleicht ab und fliege dann gradewegs in die Bäume neben der Bergstation. Also gehts nur gerade aus.


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