Ende Juni 2000, es ist endlich soweit, ich fahre zum Sonderpiloten Kurs, kurz SoPi
nach Österreich. Natürlich wieder bei der Flugschule meines Vertrauens im Tannheimer
Tal. Das Wetter am Montag war ziemlich durchwachsen. Ich mache mir Sorgen, das das
ganze wiedermal ins Wasser fällt, aber Marcus und Franz meinen, es wird in dieser
Woche nochmal schönes Wetter. Naja, hoffen wir mal das beste. Auf alle Fälle könnte
ich dann schon meine Theorie schaffen.
Um 9 Uhr treffen wir uns vorm Hotel Schwarzer Adler. Und da es nichts mit fliegen wird,
fangen wir erstmal mit der Theorie an. Da ich schon um vier Uhr morgens in Frankfurt
losgefahren bin, werde ich dann gegen Mittag doch etwas müde und muss bei der ganzen
Wetter Theorie kämpfen, nicht einzuschlafen.
Aber es war auch sehr interessant, da man einiges über Wetterbildung und Ursachen erfährt.
Günther, einer der drei Teilnehmer am Sopi Kurs stellte immer wieder unterhaltsame
Fragen und manchmal dachte ich, er ist nur zu unserer Unterhaltung dabei (Sorry
Günther :) Am Nachmittag dann immer noch Suppe am Himmel, also weiter Theorie.
Die Theorie ist meiner Meinung nach recht schwierig, manchmal sogar hart an der
Grenze zur Unverständlichkeit, da versucht wird, Wissen zu einem Gebiet zu
vermitteln, zu dem einem die Grundlagen fehlen. Im nach hinein lichten sich aber
verschieden Dinge und machen Sinn. Vieles vergisst man leider aber auch, wenn man
sich nicht mehr damit beschäftigt. Aber wozu hat man denn die Schulungsunterlagen
(und das Internet :) Abends dann schleife ich meine beiden Mitstreiter nach Klein
Meran auf die Jause. Günter erzählt uns etwas aus seinem Fliegerleben und es wird
ein unterhaltsamer Abend.
Wir wissen nun, was der schlafende Fuchs und der dreckige
Handschuh ist und was für Leute sonst noch in seinem Dorf wohnen und was dort so abgeht.
Und da sag mal einer, in Grossstädten tobt das Leben. Am Di. dann Wetterbesserung. Früh
morgens hängen noch Wolken im Tal, die sich dann aber bis zum Vormittag verzogen haben.
Es heisst nun rauf auf den Berg und die Zeit nutzen, denn man braucht 40 bestätigte
Flüge für die Sopi Prüfung. Mein erster Flug seit einem Jahr. Ich hab doch schon
etwas bammel, als ich fertig oben auf dem Berg stehe und ins Tal schaue.
Zum Glück ist heute nichts los hier oben, man kann also in aller Ruhe die Starts
abbrechen, falls es Probleme gibt, keiner der einen unter Druck setzt. Am Wochenende
sieht es da schon anders aus, hab ich mir sagen lassen. Da stehen dann hier ob die
Leute in dreier Reihen und warten.
Nach einem Fehlstart (zu wenig gelaufen, der Schirm kommt nicht richtig hoch) gehts
dann in die Lüfte. Wow, es ist immer wieder ein Mords Gefühl, wenn man den Boden unter
den Füssen verliert und man nur noch durch ein paar Leinen in der Luft gehalten wird.
Ich komme ganz gut raus und drehe gleich Richtung Landeplatz. Über Funk geleiten
Franz und Marcus mich zum Landeplatz. Thermik ist da, aber wir können ja noch keine
Abstiegsmanöver, daher erstmal nur ein Orientierungsflug, ein bischen Kurven fliegen
sowie das steuern nur mit Gewichtsverlagerung. Dann kommt recht schnell auch der
Landeplatz immer näher und ich versuche eine Landung. Klappt leider nicht so ganz.
Ich komme zu hoch rein und lande ausserhalb der Landefläche.
Der Flug wird kurz ausgewertet, die missglückte Landung besprochen und dann gehts
schon wieder auf den Berg hinauf. Ich fliege hier in der Schulung übrigens einen
Perche Saga L.
Auf dem Berg dann tippt mir jemand auf die Schulter. Ein Freundin ist noch gekommen.
Sie war im Stubai und wollte nun aus verschiedenen Gründen gerne mal wieder am
Neunerköpfle fliegen :)