Es ist wieder schönstes Wetter,die sonne brennt schon ganz gut und wir frühstücken gemütlich, während die Tschechen schon hektisch aufbrechen. Als wir gg 13uhr oben sind, bläst die Thermik recht kräftig und einige der Tschechen haben Mühe, vernünftig rauszukommen.irgendwie schaffen sie es dann doch, aber man schaut lieber nicht hin. Im Hospital bestätigte mir später ein Arzt, das sie hier des öfteren tschechische Piloten als Patienten haben. Fing das damals in Dt auch so an?
Wir starten schließlich etwa gg halb drei und es geht wieder recht schnell nach oben. Der Anblick ist atemberaubend. Heut ist auch die Adria Richtung Venedig und Triest gut zu sehen. Ich fliege Richtung Militärstation und an der Bergkirche heißt es Höhe machen, soviel wie geht Dann bin ich weit über dem Grat und fliege Richtung erste Talquerung. Mein Fehler gestern, ich bin unterhalb des Grat und vorm Berg geflogen. Darum hats mich auch runtergespült, als ich zur Talquerung kam. Der Wind ging mit mir seitlich am Berg vorbei, nicht den Berg hinauf. Diesmal bin ich überm Grat und fliege mit Rückenwind auf die Talquerung zu. Wie zu erwarten saufe ich ab, als ich das Tal quere. Ich komme auf der anderen Seite aber ohne Probleme wieder hoch, da der Hang quer zur Wind- und Flugrichtung steht. Ich bin schnell überm Grat und versuche meine Mitflieger zu finden, die schon weit voraus sind.
Dummerweise fängt meine Blase an zu drücken. Ich bin seit ca 1h30 in der Luft. Ich fliege über Startplatz von Ajdovscina und lasse mich zur zweiten Talquerung animieren, was auch problemlos klappt. Hab ja Rückenwind. Am Berg gegenüber an der kleinen Ruine gehts dann wie erwartet nach oben. Aber nach 30min muß ich runter, die Blase drückt zu sehr. Ich komme fast bis zum offiziellen Landeplatz, an dem wir uns später treffen. Leider hat die Pizzeria Anja am Mi Ruhetag. Um 17.30uhr nehmen wir den Bus nach Nova Gorica. Nach dem wir einige Zeit gefahren sind, schau ich auf mein etrex GPS und lese 66km Flugstrecke in 2h10min. Ich bin begeistert. Am Lijak Landeplatz steht schon unser Abholer, wir zahlen 3.10Euro und steigen um. Abends gehts zu Fuß ins Nachbardorf in die Pizzeria Grat im Pfarrhaus, etwas den Berg hinauf.
Nach einem frühmorgendlichen Abgleiter und ausgiebigen Frühstück gehts gg 13uhr wieder hoch. Auch heut gehts wieder schnell nach oben, die 2000m sind bald geknackt. Aber die Luft ist durch Nordeinfluß sehr unruhig, hab manchmal gut zu tun, den Schirm unter kontrolle zu halten. Zwei aus unserer Truppe versuchen wieder auf Strecke zu gehen. Sie saufen schon weit vor der erste Talquerung ab. Mit Viel Rückenwind gehts dann wieder zurück Richtung Kirchen Berg. Dort schaffen sie es wieder auf Grathöhe aufzudrehen. Eine tolle Leistung unserer Frau im Team :) Nach ca 40km Stecke und 1h30 Flugzeit wirds mir dann auch zuviel und ich geh landen. Vorher natürlich noch die obligatorischen Fotos und Filme, was bei der Schaukelei nicht ganz einfach ist. Abends dann grillen und recht bald ins Bett, da es ohne Feuer schnell kalt wird.
Wieder viel Sonne und auch viel Wind. Sieht fast wie Bora aus, aber zum Mittag schwächt es sich ab. Wir fahren hoch und oben steht guter Wind von vorne an. Schnell sind wir wieder ganz oben. Leider ist nicht an Strecke zu denken. Ich fliege um die Erste Kurve, über dem Grat und bleibe fast auf der Stelle stehen. Es geht mit 7.3ms abwärts, obwohl es sich nicht so anfühlt. Ich drehe um und an der Ecke zum Kirchen Berg beamt es mich mit 8.5ms nach oben. Nach erster Euphorie, das ich doch nicht landen muß, kommt die bange Frage, was passiert, wenn ich aus diesem Bart falle? Das würde nicht ohne kräftige Schirmreaktion ausgehen. Zum Glück bleibe ich drin, bis ich auf über 2300m bin. Dort ist der Bart so groß, das man einfach irgendwohin fliegen kann.
Ich fliege zurück Richtung Startplatz und baue mit einem B-Stall höhe ab. Dabei klappt der Schirm vorn mit den Segelenden zusammen. Ich fülle leicht vor, der Schirm tänzelt über mir und als er fast offen ist, bremse ich nochmal kurz ein bischen an, das sich das Profil aufbauen kann. Hätte vorher in den Wind drehen sollen. Der Schirm füllt sich schnell, versucht zu pendeln, was ich mit einem kräftigen Zug an der Bremse verhindere und dann fliegt er schließlich normal weiter. Sicherheitstraining beendet :) Der Mistral4 ist schon ein feines Gerät. Mit der Aktion hab ich rund 500m Höhe vernichtet, bin aber noch weit über dem Grat.
Wenns Richtung Süden nicht geht,dann probieren wir das halt mal nach Norden :) Ich fliege also Richtung Nova Gorica und entdecke noch einen Schirm aus unserer Gruppe. Da hatte noch jemand die selbe Idee :-) Ich komme bis an den Rand der Stadt, dann dreh ich um, da es nicht hoch geht. Ich krebse recht weit unten rum und seh mich schon an der Straße nach Nova Gorica landen Ich kann mich aber mit ein paar Blasen Richtung Startplatz retten. Dort steht meist in der Schlucht unterhalb ein Bart, also ein Aufwind, der stark genug ist und mich wieder nach oben trägt. Oben sehe ich einige Piloten rausstarten, also paßt der Wind wohl. Ich komme recht tief unterm Startplatz an und suche in der Nähe der Felsen nach dem Aufwindband. Als ich es schließlich an erwarteter Stelle finde bin ich mit ein paarmal Achtern schnell auf Startplatzhöhe. Ich bin so happy, das ich laut rausschreie zu den verdutzt guckenden Piloten am Startplatz. Schnell hab ich überhöht und es geht weiter hinauf.
Nun setzte eine tragische Fehleinschätzung der Situation ein...