Die Versicherung kann noch nix sagen, weitere Klärung am Di, ob der Heimtransport übernommen wird oder nicht. Der Doc meinte bei der Visite, es wäre besser bei der mindestens 8Std dauernden Fahrt, das ich sie erst gg Ende der Woche antreten sollte. Da hat er wohl recht.
Am Mi kommt ein Fax der Versicherung. Sie wollen wissen ob noch andere Versicherungen bestünden. Mir fällt ein, das die Visacard ab 2TEuro Jahresumsatz auch eine Auslandsschutz beinhaltet.Es wird weiter geklärt.Draußen regnets. Hab also wenigstens kein Flugwetter verpaßt :)
Die Versicherung teilt mit, das die Kosten übernommen werden. Teilen die sich nun wohl mit Visa. Sie wollen mich Fr früh holen, ich meine, das Do abend besser ist, da Straße frei und Fr mehr Ärzte in der Klink sind.Mein Sachbearbeiter stimmt zu und wenig später steht der Termin: 23uhr am Do.
Donnerstag 15.4.
Am Do. dann wieder langeweile und leichte Schmerzen. Die ersten beiden Tage gab's einen Painkiller Tropf, seit Dienstag Tabletten, die ich aber nur nehme, wenns wirklich nicht anders geht (Heute weiß ich, das man das lieber nicht machen soll, damit der Körper sich nicht an den chmerz gewöhnt (Thema Schmerzgedächtnis)). Ich weiß nicht so recht wie ich liegen soll, nach einiger Zeit tuts immer wieder weh.
Ich buchsiere mich dann aus dem Bett und gehe ein bißchen, nach ner Weile gehts wieder einige Zeit. Hab schon das zweite Buch mit knapp 300Seiten durchgelesen. Ist sehr mühsam, wenn man nur auf der seite liegen kann und den Kopf nicht aufstützen kann.
Könnt jetzt so schön beim Bierchen am Landeplatz sitzen und den Wolken zuschauen, die draußen vorbeirasen. Das Rückseitenwetter, welches bis Sonntag halten soll, ist da. Ich blöder Trottel. Eigentlich könnte ich ja fliegen gehen, wenn da nicht ....
Pünktlich 22.45uhr stehen zwei Leipziger Jungs mit einem Innsbrucker Krankentransport vorm Haus. Ich werde auf die Trage geschnallt, bekomme noch ein Schmerzmittel gespitzt, dann geht die Schlaglochsuche los. Italien geht noch, aber die Tauern Autobahn scheint eine einzige Huckelpiste zu sein. Da lob ich mir doch die Stoßdampfer meines Audis, so schlimm kam mir die Autobahn garnicht vor, als ich hier her fuhr. Im Dachfenster über mir sehe ich den großen Wagen, wie er sich dreht, je nachdem, in welche Richtung wir fahren. Das einzig Schöne in dieser Nacht :(
7uhr sind wir in Ffm, die Jungs sind quasi geflogen.Danke nochmal. Ich dachte mittendrin mehrmals, ich halts nicht aus bis nach Frankfurt, de Rückenschmerzen gingen nicht weg. Ich wollte aber nicht noch mehr Schmerzmittel nehmen.
In der Uniklinik komme ich recht schnell dran zum röntgen und der Oberarzt sagt mir, der Wirbelknochen ist nicht gesplittert und hat das Rückenmark nicht verletzt. Um auszuschließen, das nicht eine Bandscheibe verrutscht ist oder auf das Rückenmark drückt, soll nun eine Kernspin gemacht werden, das sieht man im CT nicht so gut. Ich wartet jetzt seit 9uhr30 in der Notaufnahme auf einen Termin zum Kernspin. Es ist jetzt 14uhr30 :( Ich bin seit 35Std auf den Beinen, bzw wach.
Um 15uhr platzt mir der Kragen,als ich das dritte mal auf den Flur geschoben werde,weil die behandlungszimmer mittlerweile voll sind.Ich krall mir den Diensthabenden Oberarzt und bestehe etwas genervt darauf, das jetzt was passieren muß: Entweder MRT oder in ein Bett auf Station. Er sagt, es ist alles voll auf den Stationen und das MRT ist nach Rückfrage erst um 17uhr. Ich sage ihm darauf,das ich seit 35Std nicht geschlafen habe, eine Fahrt von 900km durch halb Europa hinter mir habe und seit über 20Std mit einer Rückenverletzung auf einer Trage liege. Er verspricht nochmals, sich zu kümmern. Ca 15min später hat er auf dem ein Bett in der Unfallchirurgie bekommen, in das ich nun verlegt werde. Geht doch.
Irgendwie funktioniert das hier alles nicht, wie es sollte. Ein italienischer Pfleger, der eigentlich garnicht für den innerhäuslichen Transport zuständig ist, erklärt sich freundlicher Weise bereit, mich mal schnell auf die A6 zu bringen. Oben werde ich freundlich empfangen und schnell umsorgt. Um 17uhr solls dann endlich zum MRT gehen. Aischa, eine nette junge Schwester von der Station bringt mich selbst zum MRT. Sie meint, das nicht genug Zivis da sind, die das normalerweise erledigen. Es dauert ca 10min, solange ist sie nicht auf Station, wo viel zu tun ist. Denn das bimmeln der Zimmerrufe reißt nicht ab. Beim MRT warte ich ca 20min, nach weiteren 25min steh ich zur Abholung auf Station wieder im Flur vor der MRT station, die durch Vorhänge vom Warteraum abgetrennt ist. Es ist 18uhr.
Um 19uhr steh ich noch immer da. Gg 19.20uhr kommt dann ein telefonierender Zivi angeschlurft und schafft mich auf Station. Etwas länger und ich wär selbst gefahren :( Keine Leute kriege ich nur zu hören. Etwas später steht eine Anästesistin an meinem Bett. Sie will mit mir die OP am Montag besprechen. Ich fall aus allen Wolken. Was für ne OP frag ich entsetzt. Bisher hieß es doch, ich brauch nur Ruhe und Zeit und alles wird gut. Nach dem MRT hat mir niemand was gesagt. Ich sage ihr, das ich erstmal mit dem Arzt reden will, bevor an mir rumgeschnitten wird. Ausserdem würde ich gern eine zweite Meinung hören. Sie versteht das und geht. Da heißts nun warten, bis der Arzt kommt, sprich Visite :)
Samstag, 17.4.
Mit stöpseln im Ohr und Schmerzmittel kann ich endlich mal eine Nacht durchschlafen. Draußen ist schönstes Frühlingswetter. Stationsärztin Dr.Sander kommt und wir reden über den gestrigen Tag. Sie bestätigt mir, das es durch Einsparungen u.a. bei den Transportkräften zu Verzögerungen bei den Behandlungen kommt, weil die Patienten nicht rechtzeitig in die entsprechenden Behandlungsräume kommen. Der entstehende Stau setzt sich weiter fort, so das es zu teurem Stillstand bei kostenintensiven Behandlungsmethoden wie bspw. dem MRT kommt. Den Unmut der Patienten über die langen Wartezeiten bekommen dann die Mitarbeiter zu spüren. Das ist demotivierend und stumpft ab gegenüber Beschwerden, wie ich aus eigener beruflichen Erfahrung im IT Support weiß.
Frau Dr.Sander erklärt mir, das es verschiedene Methoden gibt, wie Bandscheiben und Wirbelprobleme behandelt werden können. Der behandelnde Chefarzt ist noch dabei, das für und wieder abzuwägen und er meldet sich dann bei mir. Ich bin erstmal beruhigt, das nun doch nicht so schnell geschossen wird, wie ich nach dem Besuch der Anästesistin gedacht hatte. Schliesslich sollte ich schon noch um meine Einwilligung zur OP gefragt werden. Ich bekomme noch Besuch von Freunden, dann endet der Abend mit Buch lesen, schnarchen vom Nachbarn und einer Nacht mit wenig Schlaf.
Montag, 19.4.
Der Chefarzt kommt am Nachmittag und teilt mir mit, das es am Di nach Hause geht. Ich muß nun fleißig Rückenschule machen und in 4Wochen mich nochmal zur CT melden. In einem Jahr dann nochmal zum MRT. Die Bandscheiben sind eingeblutet und gequetscht und müßen nun von genug Muskelgewebe gestützt werden, damit sie ausheilen können.
Warum dieser lange Bericht
Mein Bericht hier ist so lang und ausführlich um zu zeigen, was ein kurzer Moment Unüberlegtheit nach sich ziehen kann. Wie konnte ich nach diesem geilen Flugtag so eine Schei**e fabrizieren? Könnte mich immer noch treten dafür, auch weil ich auch immer wieder Rückenschmerzen habe, vor allem nach langem und falschem sitzen. Ohne regelmäßiges Rückentraining hab ich immer wieder Schmerzen im Rücken. Zum Glück ist aber alles gut verheilt, aber eine Bandscheibe ist nicht mehr ganz okay und das merke ich eben immer wieder. Ein Andenken an meine Fliegerzeit, das ich so nicht wirklich brauche.