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Südafrika 2oo3   -   Abstecher in die Winlands
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18.11.2003
Nach der Schulwoche gings in die Weinlands zum Wein testen. Zuerst Richtung Malmesbury im Norden, an der Century City vorbei. Ist angeblich die größte Shopping Mall in der südlichen Hemisphäre. Gleich gegenüber ist der Vergnügungspark Ratanga. Sieht bissl aus wie Disneyland oder so, wenn man dran vorbei fährt. Ist wirklich riesig, das Gelände. Weiter auf der N7 sieht die Landschaft bald aus wie Italien, Frankreich oder teilweise ein wenig wie Deutschland. So hab ich mir Südafrika nun garnicht vorgestellt. Durch die vielen Weinanbaugebiete wurde die Landschaft sehr stark europäisch geprägt, meiner Meinung nach. Die meisten Weingüter gehören oder gehörten ja auch europäischen Einwanderern, die in den letzten 2 Jahrhunderten, oder wie bei Vergelegen schon um 1700 herum, hierher ausgewandert sind. Vergelegen ist übrigens ein wirklich sehenswertes Weingut. Wurde durch mehrere Familien erst vom Weingut zum Landschaftspark und später, Mitte des 20 Jh wieder zum Weingut umgestaltet. Derzeit gehört es wohl einem amerikanischen Konsortium, was aber der Schönheit dieses Parks keinen Abbruch tut.

Wir fahren dann die Route 62, auch Wineroute gennannt von Paarl in Richtung Worchester (wird übrigens Wuster gesprochen). Kaum Wind, rund 35 Grad (geschätzt) und es geht kein Lüftchen. Allein vom rumstehen werd ich klatsch nass. In den Weinkontoren sind Klimaanlagen, das war dann immer recht erfrischend. Aber sobald man wieder im Auto sass (ohne Klimaanlage), schwamm man nach kurzer Zeit wieder in seiner Suppe. Wir fahren über einen sehenswerten Pass, Bainskloof. Erinnerte mich bissl an Griechenland, an den Pass, wenn man von Olympia nach Sparta fährt. Als wir den Pass fast passiert hatten (heisst wohl deshalb auch Pass :-) kam uns mitten durchs Tal fliegend, ein kleiner Helikopter entgegen. Für Geld kann man hier scheinbar alles machen. Im Robertson Tal waren die Weine leider nicht so toll, wie in der Stellenbosch Region. Was aber auch daran liegen kann, das ich einfach zuviel Weine getestet habe. Ich habe mich die letzten Tage bissl auf Portweine eingeschossen. Sind recht süß und haben meist um die 15% Alk. Und man kann sie, ungeöffnet, lange lagern, auf Grund des hohen Alkoholgehalts.

Wir übernachten auf einem Weingut kurz vor Robertson, weit abseits der Strasse, idyllisch gelegen, verlassen in einem Tal. Das alte herrschaftliche Haus ist umsäumt von vielen Bäumen, daneben ein kleiner Teich und ein Pool. Das richtige für diesen Abend. Wir sassen vor dem Haus und genossen den Sonnenuntergang. Ideal um mal total abzuspannen für ein paar Tage. Der Sternenhimmel in der Nacht war auch atemberaubend. Lange nicht mehr gesehen sowas. In Frankfurt sieht man ja nur noch die hellsten Sterne. Astronomen nennen das auch Light Pollution - Lichtverschmutzung. Stockdunkel ist es auch hier nicht, aber welcher Großstädter kann schon von sich sagen, in den letzten Jahren mal die Milchstrasse gesehen zu haben. Wir trinken zum Sonnenuntergang einen Rotwein, den wir den Tag zuvor geöffnet hatten. Schmeckt uns beiden ein wenig komisch. Als ich dann den Rest ins Glas schütte und einen Schluck nehme, hab ich den Mund voll Krümel. Kork ? Kann eigentlich nicht sein, der Korken ist noch komplett. Im Bad dann im Waschbecken sehe ich's im Glas: kleine tote Fliegen. Hab Mühe, nicht ins Waschbecken zu kot**n. Wir hatten den Wein über Nacht draussen stehen lassen und ich hab erst morgens den Korken drauf gemacht. Scheinbar ein gutes Mittel gegen Mücken und Fliegen :-)

Donnerstag, 20 Nov 2003
Nach drei Tagen Wein testen und sicherlich um die 25 Weingütern mit sehr unterschiedlichen und auch ziemlich leckeren Tropfen (so langsam schmecke ich auch kleinere Unterschiede raus), gehts endlich Richtung Wilderness, 15km von George entfernt. Unterwegs stoppt mich ein Polizist, weil ich eine gelbe Linie überfahren habe. Wollte noch schnell vorm Berg ein langsamfahrendes Auto überholen. Er will 500 Rand haben (ca. 62Euro). Ich sage, das es mir leid tut und fange schon mit knirschenden Zähnen nach dem Geld zu suchen, da fragt meine Begleiterin, ob wir wirklich soviel zahlen müssen. Diskussion mit einem Polizisten ?? Uiii. Er fragt, wo wir herkommen. Aus Germany. Nach etwas gutem zureden durch sie meint er schliesslich zu mir, ich solle ihr 100 Rand geben und sie darf sie mir nicht zurück geben. Damit lässt er uns fahren. Wer hätte das gedacht.

Wilderness liegt direkt an der Küste. Dort angekommen, empfängt uns bedeckter Himmel. Nach den vielen Tagen Sonne find ich's garnicht mal schlecht. Wir quartieren uns bei Jan ein, für 90 Rand die Nacht mit Frühstück. Er hat eine der Flugschulen in Wilderness: Cloudbase. Wir lernen dort zwei Münchner kennen, die auch Gleitschirmfliegen und uns erzählen, das es die letzten Tage nicht groß zum fliegen ging.
Hier in Wilderness stehen eine Menge sehr schöner Häuser, teils recht gross und sehr unterschiedliche Stile. Vom Backsteinhaus bis zum Haus komplett aus Holz ist fast alles zu finden. Sind viele Deutsche und Amis hier. Und dicke Autos, vom Audi A8 über SLK bis zum 7er BMW sieht man hier alles rumfahren, gibts in dieser Ecke reichlich. Scheint ne noble Gegend zu sein.

Am nä. Tag können wir dann gegen Mittag in Sedgefield fliegen. Ist eine Hügelkette, ca. 135m hoch, etwa 5km hinter der Küste. Vom Startplatz aus sieht man das Meer und den Strand. Mein erster Flug dauert nicht all zu lange, da ich mich nicht weit genug ans Gelände ran traue und so saufe ich recht schnell ab. Auf der Landewiese jagt mich dann auch noch ein schwarzer Hund. Weiss nicht recht, was der macht, wenn ich runterkomme. Ich hab nur kurze Hosen an. Er verschwindet aber, sobald ich aufgesetzt habe. Das ging nochmal gut. Macht er aber bei jedem Paraglider so, wie ich später erfahre. Danach kurzer Snack im Route66, einem Lokal an an der Strasse mit Blick auf das Fluggebiet. Internetcafe gibts dort auch gleich gegenüber. Wir fahren nochmal nach Gerikes, um zu schauen, wie der Wind dort ist. Vom Strand kann man den Startplatze sehen, aber die Windfahne hängt im falschen Wind. Zum baden ists leider bissl zu kühl. Wir schauen nochmal in Kleinkrantz vorbei, aber auch dort ist nix mit fliegen. Also gehts zurück nach Wilderness zum Holiday Inn. Vor dem Hotel ist der offizielle Startplatz. Ziemlich klein, zwischen Büschen und Bänken eingekeilt. Aber wenn der Wind passt, solls kein Problem sein, hier rauszukommen. Da bin ich mal gespannt.

Samstag, 22 Nov 2003
Die nä. Tage dann bleibt das Wetter leider recht unbeständig. Wir fahren nach Knysna (Neissna gesprochen). Wunderschönes Städtchen, mit ein paar kleinen Wasserkanälen dazwischen. Hier ist auch die Endstation des Outeniequa-Choo-Tjoe Train, der von Mosselbay über George und Wilderness nach Knysna fährt. Der Zug ist eine Touristenattraktion und wird von einer britischen Dampflok aus Glasgow von 1948 gezogen (leider wurde 2010 der Zug und der zum Betrieb zwingend notwendige Reparaturbetrieb stillgelegt, da 2006 mehrere Stellen der Strecke unterspült und beschädigt wurden). Wir dürfen auf den Führerstand und können ein paar Fotos schiessen. Leider keine Zeit zum mitfahren. Es gibt hier auch so eine Art Seebrücke, wie man sie von der Ostsee oder Nordsee kennt mit Einkaufspassagen und Restaurants. Vorher noch einen Blick über das Tal von den "The Heads" geworfen. Die Bergkette hat zur See eine Lücke und die Heads sind die rechte und linke Seite. Sie begrenzen die Einfahrt zum Hafen.

Am Nachmittag dann gibts endlich wieder einen Flug. Diesmal in Sedgefield. Wird für mich aber wieder ein recht kurzer Flug, ohne Toplandung, da ich mich nicht halten kann. Am Hotel fliegen ein paar unerschrockene im Starkwind. Einige Drachenflieger freut der starke Wind natürlich. Mir ist das aber zuviel. So gut beherrsche ich den Start nicht. Und wenns hier rückwärts geht, dann gehts geradewegs ins Hotel hinein. Nix für mich.
Abends sind wir dann am Strand rumgelaufen und haben die Sonne beobachtet, wie sie zwischen den Wolken verschwindet. In der Bucht sammelt sich der Nebel, sieht wahnsinnig toll aus. Abends dann schlage ich mir im Ocean Basket den Bauch mit einer Seeplatte für eine Person voll. Ist sehr viel, schmeckt wie immer super und kostet mit 69 Rand nichtmal 10 Euro. Vorher gabs als Starters noch Austern. 2 Stück für 10 Rand. Schmeckt ganz lecker, nach Meer halt :-)




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Seeseite Knysna

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