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Südafrika 2oo3   -   fliegen in Wilderness
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Sonntag, 23 Nov 2003
Der Wetterbericht, den Jan jeden Morgen ausdruckt für uns, sagt erst für Mo. fliegbares Wetter voraus. Wir probieren trotzdem mal Sedgefield und haben gegen Mittag Glück. Kurz nach dem Start saufe ich aber wieder ab und ärgere mich schon, bis ich weit rechts vom Startplatz einen Spot finde, der mich nach oben trägt. Erstmal in der richtigen Höhe kann man hinter der Baumkante gut Höhe machen und halten. Es wird mit der Zeit aber immer ruppiger, geht hoch und runter. Ein Genuss ists nicht gerade, aber da ich ein bischen ausgehungert bin, tue ich mir das ganze ca. 1,5Std an. Versuche dann, am Startplatz topzulanden, werde aber immer wieder in die Höhe gebeamt, sobald ich über dem Startplatz bin. Ich beschliesse dann doch auf der Wiese zu landen, da ich erst eine Toplandung gemacht habe und bei solchen Bedingungen nicht eine zweite wagen will. Kein Bock, meinen Schirm nachher aus den Bäumen zu zerren.

Unten gelandet, vermisse ich mein Handy. Ich fluche wie ein Rohrspatz, weil ich es einfach so in die Hosentasche gesteckt hatte und beim aufrichten im Gurtzeug ist's wohl aus der Tasche gedrückt worden. In dem hohen Gras ist es wohl aussichtlos, das ich es wiederfinde. Alle Adressen und Telefonnumern sind gespeichert, die PrePaid Karte für Südafrika ist drin ... SCH****ENDRECK !!! Ich suche eine Weile die Wiese ab, finde aber nichts. Ich hatte es vor dem Start ausgemacht, damit der Akku länger hält, also könnte ich es auch nicht finden, wenn ich mich anrufen würde. Als letztes durchsuche ich mein Gurtzeug ... und finde das Handy unter dem Sitzbrett. Kaum zu glauben, was mir da für ein Stein vom Herzen gefallen ist. Das hätte meinen Urlaub ganz schön verkompliziert, so ganz ohne Handy. Die PrePaid Karte ließ sich nicht in meinem alten 6210 aktivieren, das ich zur Sicherheit mit hatte. Wollte immer einen Sicherheitscode von mir haben, den ich aber nicht dabei hatte. Und die PUK hab ich natürlich auch nicht mit. Dummerweise. Nur im neuen 6680 hat das geklappt. Nochmal viel Schwein gehabt. In Zukunft kommt das Handy wieder ins Gurtzeug.

Nach einem kurzen Snack im Route66 gehts nach Wilderness zurück. Am Holiday Inn fliegen einige Piloten, unter anderem auch ein Bewohner unserer Penison. Der Wind bläst aber sehr stark. Zu stark für mich. Mein Rückwärtsstart ist für sowas nicht gut genug. Ist man erstmal draussen, kann man an der Steilküste wunderbar soaren. Allerdings frischt der Wind immer mehr auf, so das die Piloten teilweise in der Luft stehen. Wir sind noch ne knappe Woche hier, da wird sich schon ne Gelegenheit finden. Heut Abend gehts ins Albatros, einem neuen Fischrestaurant in Wilderness, gleich hinter der Tankstelle.
Die nächsten Tage kommen wir dann nochmal am Holiday Inn zum fliegen. Mach dort auch meine erste Toplandung. Kam sogar ganz gut rein, besser als befürchtet :-) Das fliegen am Holiday Inn macht wirklich viel Spass, wenn der Wind stark genug ist und man bissl rumspielen kann. Meinen ersten Flug beendete ich noch kurze Zeit nach dem Start, weil ich den Schirm zu wenig gebremst habe. Der Weg über den Strand und dann die 20m Ridge hinauf war ziemlich mühsam und obwohl die Sonne nur wenig schien, war ich doch ziemlich k.O. als ich oben ankam am Hotel. Die anderen hatten es noch geschafft, rechtzeitig einzulanden, bevor der Wind nachliess. Ist halt auch eine Erfahrungssache, zu sehen, wann der Wind nicht mehr ausreicht. Das ändert sich hier auch sehr schnell, manchmal innerhalb von einigen Minuten, lass ich mir erklären. Wale und Delphine gabs auch zu sehen. Leider nicht aus der Luft, sondern als wir Nachmittags einfach so rumsassen in Kleinkrantz und in die Gegend schauten. Stehen ganz tolle Häuser an den Klippen dort. Da könnt man's sich schon gefallen lassen.

Dienstag, 25 Nov 2003
Nach knapp vier Tagen bedeckt und kaum Sonne gehen mir die Wolken so langsam auf den Keks. Wir fahren nach Calitzdorp und wollen Portwein testen. Kaum sind wir über den Outeniqua Pass gefahren, scheint die Sonne und die Wolken hinter uns sehen spektakulär aus, wie sie so über die Berge ziehen. Sieht bissl aus wie Milch die überkocht. Die Fahrt auf der knapp 50km Strecke von Oudtshoorn nach Calitzdorp erinnert an Amerika: lange, endlose Strassen,über Hügelketten, rechts und links Steppe und, zum ersten Mal, Strausse, und das ganze rechts und links von ca. 1000m hohen Bergen umsäumt. Auf der Südseite des Tal's quellen die Wolken über die Berge und verdunsten auf dem Weg zum warmen Boden. Das sieht fantastisch aus. Schade, das ich keine Videokamera dabei hab.


In Calitzdorp essen wie sehr lecker in einem kleinen Restaurant, dem Dorpshuis. Ich nehme geräucherten Straussenwurst, schmeckt sehr gut. Während wir essen gibt es in der Nähe einen lauten Knall. Dann tönt eine Weile eine Autohupe. Wieder mal einer der vielen Unfälle. Die Unfallzahlen sollen in Südafrika ziemlich hoch sein. Als wir später weiterfahren sehen wir einen zerbeulten Audi und Obst auf der Strasse herumliegen.

Dabei ist hier kaum Verkehr. Wahrscheinlich zu schnell gefahren. Die Hauptursache in Südafrika. Man sieht sehr häufig Schilder wie "Speed kills" oder auch mal ein geschrottetes Auto als Abschreckung. Wirklich helfen tut es wohl nicht. Die Portweine die wir testen sind wunderbar. Am liebsten würde ich von allen Sorten größere Mengen bestellen, aber sie sind auch nicht ganz billig.

Nach der Verkostung gehts dann den selben Weg wieder zurück und wir essen zu Abend in George, im Ocean Basket. Ich genehmige mir wiedermal die Seafoot Platter for One. Ist letztendlich leider bissl zuviel. Aber wie immer super lecker. Ist eine Mischung aus verschiedenen Meeresfrüchten, wie Garnelen, Kalamaris, Kalamaris Heads, Kingclip, Reis und Chips (Pommes) und Muscheln. Und alles mit Safran angemacht, sehr lecker.

Ich behzahle mit Karte und erfahre, das man den Tipp (Trinkgeld) nicht mit auf die Rechnung rechnen soll, sondern, wenn die Rechnung zwecks Unterschrift zurückkommt, man einen Tipp (meist 10%) reinlegen soll. Ansonsten wird vom Tipp auch die Kartengebühr mit abgezogen. Die Bedienungen leben übrigens ausschliesslich von den Tipps. Darum gibts meist auch soviele Bedienungen in den Restaurants. Zu unserer Überraschung organisiert unser Kellner uns auf Nachfrage einen Underberg. Die vielen dt. Touris haben wohl schon ihre Spuren hinterlassen :)

Mittwoch, 26 Nov 2003
Beim zweiten Flug am Hotel klappt dann der Start recht gut und ich kann meine erste Toplandung machen. Nach einigen Minuten Verschnaufpause gehe ich wieder raus. Wird nicht ganz einfach, da der Wind schon recht stark geworden ist und ich mich entschliesse, zwischen den Büschen und den Sitzbänken mit dem Schirm hindurch zu zirkeln.
Klappt aber trotz allem ganz gut. Mittlerweile wickel ich die Bremsen einmal und ziehe sie beim fliegen über die Hälfte runter. Hatte zuerst Angst, das ich den Schirm stalle, aber bis dahin ist's noch ein weiter Weg.

Mein Swing Arcus 2002 hat einen recht hohen Bremswiderstand. Nicht so das beste zum Küstensoaren, lasse ich mir sagen, da ist ein DHV 2er Schirm in solchen Bedingungen leichter zu handeln, da der Bremsdruck nicht so hoch ist. Natürlich muss man dann auch einiges mehr aufpassen, den Schirm beim wenden nicht von der Strömung abzureißen. Bin auch mal wieder dankbar, das ich das Sicherheitstraining beim SkyClub gemacht habe im August. Das gibt mir doch einiges mehr an Sicherheit.
Inzwischen sind zwei Österreicher aus Porterville angekommen. Sie erzählen uns, das es dort ziemlich heiss war, aber sie Strecken von 130km zurücklegen konnten. Probleme gabs dann nur mit dem rückholen, das das wohl eine recht verlassenen Gegend ist dort oben. Ich mache einige Schnappschüsse vom Sonnenuntergang. Sieht wiedermal grandios aus.

Donnerstag, 27 Nov 2003
Abreisetag. Da ich am Mo. wieder Schule habe und das Wetter zum fliegen nix taugt, fahren wir in Richtung Capetown zurück. Wir machen aber einen Abstecher in die Cango Caves nördlich von Oudtshoorn. Das Gebäude vor der Höhle ist eine schöne Anlage, mit Wendeltreppe und Innenhof. Die Tour dauert etwa 1 Std. und wird immer zur vollen Stunde gestartet. Vorherige Anmeldung ist erwünscht.

Da diesmal viele deutsche Touris dabei sind, bekommen wir auch eine Deutsch sprechende Führerin. Sie beschreibt uns, wie die Höhlen entdeckt wurden. Einer der größten Räume war voll mit Lehm und Sand, wurde durch einen französischen Forscher entdeckt und dann durch Arbeiter quasi leergeschaufelt. Mit 18 Grad ists auch nicht zu kalt in der Höhle.
Leider aber auch eine gute Temperatur für Algen, die durch die Wärme und die Atemluft der Touristen hier wachsen können. Darum wird nach jeder Gruppe das Licht gelöscht. Leider manchmal viel zu schnell, um noch Fotos zu schießen.



Wir kommen recht spät in Hermanus an und suchen eine B&B (Bed and Breakfast) Unterkunft. Leider weiss meine Begleiterin nicht mehr genau, wo sie letztes Jahr abgestiegen sind. Vor uns hält ein Auto und ein junger Mann steigt aus. Er fragt, was wir suchen und sagt uns dann, wir sollen ihm hinterherfahren, er zeigt uns was. Wir steigen bei einer alten Dame ab. Sie will 200Rand (ca. 25 Euro) pro Nacht und Nase. Ganzschön heftig, aber bevor wir noch lange herumsuchen...

Die Zimmer sind auch ordentlich, mit Dusche und so bleiben wir erstmal eine Nacht. An der Stadtinfo finden wir am nächsten Tag die Adresse, die wir abends zuvor gesucht haben. Leider ist niemand zu Hause. Vom Hause gegenüber fragt uns eine Frau, ob wir ein B&B suchen und für 160 Rand bietet sie uns dann ein Zimmer an. Die Preise sind wohl alle so hoch hier in dieser Zeit, wie wir schon am Aushang der Stadtinfo gesehen haben. Dann schauen wir uns bissl die Stadt an und meine Begleiterin fährt nochmal zum Wein testen, während ich mir einen relaxten Nachmittag in der Stadt mache. An fliegen ist leider nicht zu denken, da der Wind aus der falschen Ecke kommt und es dann gefährliche Rotoren am Berg gibt, die schon einigen Piloten das Leben gekostet hat.


( auf die Bilder klicken für größere Ansicht )


Mitbwohner

in George

Outeniqua Pass

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Wolken quellen

Strausse

Kilometerweit

nur geradaus

irgendwo im

nirgendwo

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in Kleinkrantz

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Cango Caves

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unser Mietwagen

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auf dem Weg über

den Tradouw Pass

auf der N2 nach

Hermanus

Blick auf Hermanus


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